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Ratgeber · Umschuldung

Was ist eine Umschuldung? Ablauf, Kosten und Vergleich.

Ein neuer Kredit kann alte Kredite ablösen und mehrere Raten bündeln. Entscheidend ist aber nicht nur die neue Monatsrate, sondern ob Laufzeit, effektiver Jahreszins und Gesamtkosten wirklich besser passen.

Aktualisiert: 6. Oktober 2026Lesezeit: 22 Min.Allgemeine Information
Menschen vergleichen eine mögliche Umschuldung

Was ist eine Umschuldung?

Bei einer Umschuldung wird ein bestehender Kredit durch einen neuen Kredit abgelöst. Häufig werden dabei mehrere laufende Verbindlichkeiten zusammengeführt, sodass statt mehrerer einzelner Raten nur noch eine neue Rate gezahlt wird. Die Verbraucherzentrale beschreibt Umschuldung genau in diesem Sinn: Ein neuer Kredit wird aufgenommen, um andere Schulden zu bezahlen.

Das klingt zunächst nach einer reinen Vereinfachung. Tatsächlich verändert sich aber mehr als die Anzahl der Raten. Mit dem neuen Vertrag können sich Zinssatz, Laufzeit, monatliche Belastung, Gebühren, Versicherungen und Gesamtkosten ändern. Deshalb sollte eine Umschuldung nie nur nach der neuen Monatsrate beurteilt werden.

Verbraucherzentrale · Kredite vergleichen und Vorsicht bei Umschuldungen
PrinzipAlter Kredit wird durch neuen Kredit ersetzt
MöglichMehrere Raten werden zusammengeführt
Zu prüfenLaufzeit und Gesamtkosten
VergleichEffektiver Jahreszins
Wichtig: Eine niedrigere Monatsrate ist nicht automatisch günstiger.

Sie kann allein dadurch entstehen, dass der neue Kredit länger läuft. Deshalb müssen Rate, Laufzeit und Gesamtbetrag gemeinsam betrachtet werden.

Warum wird eine Umschuldung überhaupt gemacht?

Menschen entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für eine Umschuldung. Manche möchten mehrere Raten bündeln und ihre Monatsplanung vereinfachen. Andere haben einen älteren Kredit mit vergleichsweise hohen Zinsen und möchten prüfen, ob ein neuer Kredit bessere Konditionen bietet. Wieder andere wollen ihre monatliche Belastung reduzieren, weil die bisherige Rate zu wenig Spielraum lässt.

Eine Umschuldung kann also der Übersicht, einer möglichen Zinsersparnis oder einer veränderten Budgetplanung dienen. Sie kann aber auch dazu führen, dass ein Kredit länger läuft und dadurch insgesamt teurer wird. Der Zweck der Umschuldung sollte deshalb vor dem Vergleich klar sein: Soll sie Kosten senken, die Rate reduzieren, mehrere Kredite bündeln oder lediglich die Struktur vereinfachen?

Kann sinnvoll sein

Wenn der neue Kredit insgesamt besser passt.

Ein günstigerer effektiver Jahreszins oder eine sinnvollere Struktur kann die Gesamtsituation verbessern.

Kann problematisch sein

Wenn die Rate nur durch eine lange Laufzeit sinkt.

Dann fühlt sich der Kredit monatlich leichter an, kann aber über Jahre deutlich teurer werden.

Wie läuft eine Umschuldung Schritt für Schritt ab?

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Ohne die aktuellen Restschulden, Monatsraten, Laufzeiten und Zinsen zu kennen, kann kein sinnvoller Vergleich entstehen. Danach wird geprüft, ob die bestehenden Kredite vorzeitig abgelöst werden können und welche Kosten dabei entstehen.

Anschließend werden neue Angebote verglichen. Der neue Anbieter führt seine eigene Kreditwürdigkeitsprüfung durch. Wird ein neuer Kredit abgeschlossen, dient er dazu, die ausgewählten alten Kredite zurückzuzahlen. Danach gilt nur noch die neue Vertragsstruktur für die abgelösten Verbindlichkeiten.

1

Bestehende Kredite erfassen

Restschuld, Rate, Zins und verbleibende Laufzeit jedes Kredits notieren.

2

Ablösebedingungen klären

Prüfen, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung oder andere Kosten anfallen.

3

Neue Angebote vergleichen

Effektiven Jahreszins, Laufzeit, Monatsrate und Gesamtbetrag gegenüberstellen.

4

Kreditwürdigkeitsprüfung

Der neue Anbieter prüft, ob die neue Finanzierung tragbar ist.

5

Alte Kredite ablösen

Die ausgewählten Restschulden werden mit dem neuen Kredit zurückgezahlt.

6

Neue Struktur startet

Danach wird nach den Bedingungen des neuen Vertrags weitergezahlt.

Was muss vor und nach der Umschuldung verglichen werden?

Der wichtigste Vergleich besteht nicht aus „alter Rate gegen neue Rate“, sondern aus der noch offenen Gesamtbelastung der bestehenden Kredite im Vergleich zur Gesamtbelastung des neuen Kredits. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass nur so die tatsächliche Wirtschaftlichkeit einer Umschuldung beurteilt werden kann.

Verbraucherzentrale · Wirtschaftlichkeit einer Umschuldung
MonatsrateWas zahlst du jeden Monat?Wichtig für das Budget, aber allein kein Kostenvergleich.
LaufzeitWie lange läuft der neue Kredit?Eine längere Laufzeit kann die Rate senken und die Gesamtkosten erhöhen.
Effektiver JahreszinsStandardisierte Kostenkennzahl.Hilfreicher als nur der Sollzins.
GesamtbetragWas wird insgesamt zurückgezahlt?Zeigt, wie teuer die Finanzierung am Ende wirklich ist.

Warum zählt der effektive Jahreszins?

Der effektive Jahreszins ist eine der wichtigsten Vergleichsgrößen bei Krediten. Er bildet die jährlichen Kosten des Darlehens in standardisierter Form ab. Deshalb ist er aussagekräftiger als ein Werbezins oder nur der Sollzins.

Bei einer Umschuldung ist der Effektivzins besonders wichtig, wenn mehrere Angebote dieselbe Kreditsumme und eine ähnliche Laufzeit haben. Unterscheiden sich Laufzeiten oder werden Zusatzprodukte eingebaut, muss trotzdem der Gesamtbetrag betrachtet werden. Ein Kredit mit kleiner Rate kann am Ende teurer sein, wenn er über deutlich mehr Monate läuft.

Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?

Wird ein Verbraucherdarlehen vor dem vereinbarten Ende zurückgezahlt, kann der bisherige Kreditgeber unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. § 500 BGB erlaubt Verbrauchern grundsätzlich, Verbindlichkeiten aus einem Verbraucherdarlehensvertrag ganz oder teilweise vorzeitig zu erfüllen. Für Immobiliar-Verbraucherdarlehen gelten während einer Sollzinsbindung zusätzliche Regeln.

Gesetze im Internet · § 500 BGB

§ 502 BGB begrenzt die Vorfälligkeitsentschädigung bei Allgemein-Verbraucherdarlehen. Sie darf grundsätzlich 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags nicht überschreiten; liegt zwischen Rückzahlung und vereinbartem Ende höchstens ein Jahr, beträgt die Obergrenze 0,5 Prozent. Zusätzlich darf die Entschädigung nicht höher sein als die Sollzinsen, die für diesen Zeitraum noch angefallen wären.

Gesetze im Internet · § 502 BGB
Vorher immer die konkrete Ablösesumme anfragen.

Nur mit Restschuld und möglichen Ablösekosten lässt sich das neue Angebot korrekt mit dem alten Kredit vergleichen.

Was passiert mit einer Restschuldversicherung?

Eine Restschuldversicherung ist rechtlich ein eigener Vertrag. Wird der Kredit umgeschuldet, endet die Versicherung nicht automatisch in jedem Fall gleichzeitig. Deshalb sollte geprüft werden, ob sie separat gekündigt werden muss und ob eine teilweise Erstattung einer bereits gezahlten Prämie möglich ist.

Die Verbraucherzentrale warnt davor, bei einer Umschuldung automatisch eine neue Restschuldversicherung abzuschließen. Ein zunächst günstiger wirkender Kredit kann durch eine zusätzliche Versicherung deutlich teurer werden. Deshalb sollte die Versicherung nicht nur anhand der Monatsrate des Gesamtpakets beurteilt werden.

Verbraucherzentrale · Umschuldung und Restschuldversicherung

Wie wird die Kreditwürdigkeit beim neuen Kredit geprüft?

Eine Umschuldung ist ein neuer Kredit. Deshalb führt der neue Anbieter eine eigene Kreditwürdigkeitsprüfung durch. § 505b BGB erlaubt bei Allgemein-Verbraucherdarlehen, die Prüfung unter anderem auf Angaben des Darlehensnehmers und erforderlichenfalls auf Informationen von Auskunfteien zu stützen.

Gesetze im Internet · § 505b BGB

In der Praxis können Einkommen, Ausgaben, bestehende Raten, Beschäftigungssituation, gewünschte Kredithöhe und Bonitätsinformationen berücksichtigt werden. Welche Kriterien wie gewichtet werden, entscheidet der jeweilige Anbieter. Eine Vorprüfung oder Orientierung bei Libredeti ist daher keine Kreditzusage.

Welche Rolle spielt die SCHUFA?

Bei der Kreditwürdigkeitsprüfung kann ein Anbieter Informationen einer Auskunftei berücksichtigen, sofern die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die konkrete Entscheidung hängt vom Anbieter und vom gesamten Profil ab. Ein negativer Bonitätseindruck kann dazu führen, dass ein Kredit nicht angeboten oder nur zu anderen Konditionen angeboten wird.

Eine Umschuldung „trotz SCHUFA“ ist deshalb kein pauschal beantwortbares Versprechen. Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Eintrag, sondern die komplette Prüfung des neuen Kreditgebers. Wer mit garantierter Annahme wirbt, sollte besonders kritisch geprüft werden.

Kann man mehrere Kredite gleichzeitig umschulden?

Ja. Das Zusammenführen mehrerer Kredite ist ein häufiger Grund für eine Umschuldung. Voraussetzung ist, dass der neue Anbieter bereit ist, die jeweiligen Restschulden abzulösen. Aus mehreren Kreditverträgen kann dann eine neue monatliche Rate entstehen.

Das vereinfacht die Übersicht, ist aber nicht automatisch günstiger. Werden drei Kredite mit kurzer Restlaufzeit durch einen neuen Kredit mit deutlich längerer Laufzeit ersetzt, kann der Gesamtbetrag trotz kleinerer Monatsrate steigen. Deshalb sollte jeder abgelöste Kredit mit seiner tatsächlichen Restschuld und Restlaufzeit in den Vergleich eingehen.

Person prüft mehrere Kreditraten
Weniger Raten können mehr Übersicht schaffen. Der Kostenvergleich bleibt trotzdem entscheidend.

Kann ein Dispokredit durch einen Ratenkredit ersetzt werden?

Ein dauerhaft genutzter Dispokredit kann grundsätzlich durch einen Ratenkredit abgelöst werden. Das kann interessant sein, wenn der neue Kredit günstiger ist und eine klare Rückzahlungsstruktur schafft. Der entscheidende Punkt ist aber, dass das Konto danach nicht wieder dauerhaft ins Minus rutscht.

Wird der Dispo abgelöst und anschließend erneut ausgeschöpft, bestehen plötzlich sowohl der neue Ratenkredit als auch wieder die Kontoüberziehung. Die Umschuldung hat das Problem dann nicht gelöst, sondern eine zusätzliche Belastung geschaffen. Deshalb sollte immer geprüft werden, warum der Dispo dauerhaft genutzt wurde.

Was ist mit Kreditkarten- und Teilzahlungsbeträgen?

Auch laufende Teilzahlungsbeträge oder Kreditkartenschulden können bei einer Neuordnung der Verbindlichkeiten eine Rolle spielen. Entscheidend ist, welche Forderungen der neue Anbieter tatsächlich ablösen kann und will. Vor einem Vergleich sollten deshalb auch Kreditkarten, Ratenkäufe und andere wiederkehrende Finanzierungsraten vollständig erfasst werden.

Gerade kleine Einzelraten werden leicht unterschätzt. Mehrere scheinbar niedrige Zahlungen können zusammen eine hohe monatliche Belastung ergeben. Eine Umschuldung kann diese Struktur vereinfachen, sie sollte aber nicht dazu führen, dass anschließend erneut neue Teilzahlungsangebote genutzt werden.

Was gilt bei Immobilienkrediten?

Bei Immobilienkrediten gelten besondere Regeln. Nach § 500 BGB kann eine vorzeitige Rückzahlung während einer Sollzinsbindung an ein berechtigtes Interesse gebunden sein. Zusätzlich können Vorfälligkeitskosten eine wichtige Rolle spielen.

Bei einer Anschlussfinanzierung oder einem Bankwechsel kann eine Umschuldung trotzdem relevant sein. Dann sollte besonders genau geprüft werden, wann der bestehende Vertrag beendet werden kann, welche Kosten für die Ablösung oder Übertragung von Sicherheiten entstehen und wie die neuen Zinsen aussehen.

Eine Immobilienumschuldung ist deshalb komplexer als die Ablösung eines normalen Ratenkredits. Sie sollte nicht allein anhand einer neuen Monatsrate beurteilt werden.

Welche Unterlagen werden typischerweise gebraucht?

Der genaue Umfang hängt vom Anbieter ab. Typischerweise werden jedoch Nachweise benötigt, die Einkommen, Identität, bestehende Kredite und laufende Belastungen belegen. Bei einer Umschuldung kommen zusätzlich Informationen zu den abzulösenden Krediten hinzu.

✓Identitätsnachweis und Kontaktdaten
✓Einkommensnachweise
✓Restschuld oder Ablösebescheinigung der bestehenden Kredite
✓Aktuelle Monatsraten und Laufzeiten
✓Angaben zu Wohnkosten und weiteren festen Belastungen
✓Weitere Unterlagen, die der neue Anbieter für seine Kreditprüfung verlangt

Je vollständiger die Ausgangslage ist, desto realistischer kann ein neues Angebot bewertet werden. Schätzwerte sind für einen ersten Überblick möglich, reichen für einen echten Vertragsvergleich aber nicht aus.

Welche Informationen muss der neue Anbieter vor Vertragsabschluss erklären?

§ 491a BGB sieht vorvertragliche Informationspflichten bei Verbraucherdarlehen vor. Der Darlehensgeber muss Informationen bereitstellen und angemessene Erläuterungen geben, damit der Verbraucher beurteilen kann, ob der Vertrag zum verfolgten Zweck und zu den eigenen Vermögensverhältnissen passt.

Gesetze im Internet · § 491a BGB

Für die Umschuldung bedeutet das: Das Angebot sollte klar erkennen lassen, welche Summe finanziert wird, wie lange der Kredit läuft, welcher effektive Jahreszins gilt, welche Rate gezahlt wird und welcher Gesamtbetrag entsteht. Zusatzprodukte sollten separat verständlich sein.

Wie sollte eine Umschuldungssimulation gelesen werden?

Eine Simulation ist ein nützlicher erster Anhaltspunkt, aber keine verbindliche Kreditzusage. Häufig steht die mögliche neue Monatsrate im Mittelpunkt. Genau hier entsteht die Gefahr, dass die längere Laufzeit oder zusätzliche Kosten weniger stark wahrgenommen werden.

Prüfe deshalb, auf welcher Kreditsumme die Simulation basiert. Sind wirklich alle Restschulden enthalten? Wurden Ablösekosten berücksichtigt? Ist eine zusätzliche Auszahlung enthalten? Wurde eine Versicherung eingerechnet? Welche Laufzeit wurde angenommen? Erst wenn diese Punkte klar sind, ist die angezeigte Rate sinnvoll einzuordnen.

Eine gute Simulation hilft, Fragen vorzubereiten. Die endgültige Entscheidung sollte aber immer anhand des konkreten Angebots und der Vertragsinformationen erfolgen.

Sollte man bei der Umschuldung zusätzlich Geld aufnehmen?

Manche Angebote kombinieren die Ablösung bestehender Kredite mit einer zusätzlichen Auszahlung. Das kann sinnvoll sein, wenn tatsächlich ein klarer Finanzierungsbedarf besteht. Es erhöht aber gleichzeitig den neuen Kreditbetrag und damit meist auch die Gesamtkosten.

Eine zusätzliche Auszahlung sollte deshalb nicht automatisch genutzt werden, nur weil sie verfügbar ist. Die zentrale Frage lautet: Würdest du diesen zusätzlichen Kreditbetrag auch aufnehmen, wenn er nicht zusammen mit der Umschuldung angeboten würde? Wenn die Antwort nein lautet, spricht viel dafür, den zusätzlichen Betrag kritisch zu hinterfragen.

Was passiert bei gemeinsam aufgenommenen Krediten?

Wurde ein bestehender Kredit von zwei Personen gemeinsam abgeschlossen, kann die Ablösung komplizierter sein. Der neue Kredit muss nicht automatisch dieselbe Personenkonstellation haben. Der neue Anbieter entscheidet, wen er als Darlehensnehmer akzeptiert und welche Einkommens- und Bonitätsdaten er berücksichtigt.

Vor einer Umschuldung sollte deshalb geklärt werden, wer im alten Vertrag haftet, wie die Restschuld abgelöst wird und wer im neuen Vertrag Darlehensnehmer sein soll. Eine Umschuldung ändert nicht automatisch frühere Haftungsverhältnisse, solange der alte Kredit nicht wirksam abgelöst ist.

Gilt Umschuldung auch für Selbstständige?

Auch Selbstständige können grundsätzlich Kredite umschulden. Die Prüfung kann allerdings anders aussehen, weil Einkommen häufig unregelmäßiger ist und anders nachgewiesen wird. Welche Unterlagen erforderlich sind, bestimmt der jeweilige Anbieter.

Bei der Bewertung sollte besonders darauf geachtet werden, dass die neue Rate auch in schwächeren Monaten tragbar bleibt. Ein Durchschnittseinkommen allein kann bei stark schwankenden Einnahmen ein unvollständiges Bild geben. Eine realistische Betrachtung des Cashflows ist deshalb wichtiger als eine möglichst niedrige theoretische Rate.

Wann kann eine Umschuldung sinnvoll sein?

Eine Umschuldung kann sinnvoll sein, wenn ein neuer Kredit tatsächlich bessere Konditionen bietet, mehrere Kredite sinnvoll bündelt oder eine tragbarere Struktur schafft, ohne die Gesamtkosten unverhältnismäßig zu erhöhen.

✓Der neue effektive Jahreszins ist deutlich niedriger.
✓Die Gesamtkosten sind trotz Ablösekosten günstiger oder nachvollziehbar vertretbar.
✓Mehrere Kredite werden übersichtlicher zusammengeführt.
✓Die neue Rate passt besser zum Budget, ohne die Laufzeit extrem zu verlängern.
✓Es werden keine unnötigen Zusatzprodukte eingebaut.

Wann kann eine Umschuldung die Lage verschlechtern?

Problematisch wird eine Umschuldung, wenn die neue Rate nur deshalb sinkt, weil die Laufzeit stark verlängert wird, oder wenn zusätzliche Versicherungen und Gebühren die neue Finanzierung verteuern. Auch eine unnötige Aufstockung des Kreditbetrags kann dazu führen, dass die Verschuldung steigt.

Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn bereits klar ist, dass Kreditraten dauerhaft nicht mehr tragbar sind. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine weitere Umschuldung in solchen Fällen das Scheitern nur verschieben kann. Wenn Miete, Energie oder Lebensmittel wegen Kreditraten nicht mehr sicher bezahlt werden können, kann eine anerkannte Schuldnerberatung die passendere Anlaufstelle sein.

Verbraucherzentrale · finanzieller Engpass und Schuldnerberatung
Eine Umschuldung ist keine automatische Schuldenlösung.

Wenn das Grundbudget dauerhaft nicht aufgeht, kann ein neuer Kredit die Belastung nur anders verteilen.

Die häufigsten Fehler bei einer Umschuldung

1. Nur auf die neue Monatsrate schauen

Eine kleine Rate kann durch eine deutlich längere Laufzeit entstehen. Ohne Gesamtbetrag ist der Vergleich unvollständig.

2. Vorfälligkeitskosten vergessen

Die Ablösung alter Kredite kann Kosten verursachen. Diese gehören in die Rechnung.

3. Eine neue Restschuldversicherung automatisch akzeptieren

Zusatzversicherungen können den Kredit erheblich verteuern und sollten separat bewertet werden.

4. Den Kredit unnötig aufstocken

Mehr Auszahlung bedeutet mehr neue Schulden. Eine Aufstockung sollte einen klaren Zweck haben.

5. Alte Kreditlinien wieder nutzen

Wer Dispo oder Kreditkarte nach der Ablösung wieder ausschöpft, kann schnell doppelt belastet sein.

6. Nur ein Angebot prüfen

Ein einzelnes Angebot zeigt nicht, ob die Konditionen im Vergleich gut sind. Gerade effektiver Jahreszins und Laufzeit sollten gegenübergestellt werden.

Person vergleicht verschiedene Kreditangebote
Die beste Umschuldung ist nicht die mit der kleinsten Rate, sondern die mit dem sinnvollsten Gesamtpaket.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel

Angenommen, zwei laufende Kredite haben zusammen noch 18.000 Euro Restschuld. Die monatlichen Raten betragen insgesamt 620 Euro. Ein neues Angebot verspricht eine Rate von 390 Euro. Die Entlastung von 230 Euro im Monat wirkt zunächst deutlich.

Wenn der neue Kredit allerdings wesentlich länger läuft, können über die gesamte Laufzeit mehr Zinsen anfallen. Hinzu kommen möglicherweise Kosten für die Ablösung und weitere Gebühren. Die richtige Frage lautet deshalb nicht „Spare ich 230 Euro im Monat?“, sondern „Wie hoch ist die gesamte noch offene Belastung der alten Kredite im Vergleich zum Gesamtbetrag des neuen Kredits?“

Erst wenn beide Seiten vollständig bekannt sind, lässt sich beurteilen, ob die Umschuldung günstiger ist oder lediglich die monatliche Belastung zeitlich anders verteilt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Vergleich?

Ein Vergleich lohnt sich besonders dann, wenn sich Zinsen, Einkommen oder die persönliche Situation deutlich verändert haben oder wenn mehrere Kredite gleichzeitig laufen. Auch kurz vor größeren Veränderungen im Haushalt kann es sinnvoll sein, die bestehende Struktur zu prüfen.

Wichtig ist, nicht erst dann zu reagieren, wenn Zahlungen bereits ausfallen. Wer noch regelmäßig zahlt und seine Unterlagen vollständig hat, kann Angebote meist strukturierter vergleichen. Bei bereits akuten Zahlungsschwierigkeiten sollte dagegen nicht automatisch eine neue Finanzierung im Vordergrund stehen.

Checkliste vor der Entscheidung

✓Restschuld jedes bestehenden Kredits kennen.
✓Ablöse- und Vorfälligkeitskosten prüfen.
✓Effektiven Jahreszins des neuen Kredits vergleichen.
✓Neue Laufzeit und Gesamtbetrag prüfen.
✓Zusatzprodukte separat bewerten.
✓Keine Entscheidung nur aufgrund einer kleineren Monatsrate treffen.
✓Prüfen, ob das Budget nach der Umschuldung dauerhaft tragfähig bleibt.
✓Mindestens zwei vergleichbare Angebote gegenüberstellen.

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Welche Rolle hat Libredeti?

Libredeti ist keine Bank und vergibt selbst keine Kredite. Die Plattform dient als digitaler Startpunkt, um Angaben zu laufenden Krediten, Raten, Einkommen und finanzieller Belastung zu strukturieren und mögliche nächste Schritte verständlicher zu machen.

Wenn anschließend ein externer Anbieter eine Finanzierung prüft, liegt die Entscheidung über Annahme, Zinssatz, Laufzeit und Vertragsbedingungen vollständig bei diesem Anbieter. Eine Vorab-Einordnung ist daher weder eine Kreditzusage noch eine Garantie für bestimmte Konditionen.

Paar bespricht seine finanziellen Optionen
Erst die Ausgangslage verstehen, dann Konditionen vergleichen und erst danach entscheiden.

Was sollte nach der Umschuldung passieren?

Mit dem Abschluss des neuen Kredits ist die eigentliche Aufgabe noch nicht beendet. Eine Umschuldung ist dann besonders hilfreich, wenn die neue Struktur dauerhaft stabil bleibt. Das bedeutet: Die alten Kreditkonten sollten tatsächlich geschlossen oder auf null gestellt sein, unnötige Kreditlinien sollten nicht sofort wieder genutzt werden und die neue Rate sollte fest in die monatliche Budgetplanung aufgenommen werden.

Gerade nach einer Bündelung mehrerer Kredite entsteht schnell das Gefühl, wieder mehr finanziellen Spielraum zu haben. Dieser Spielraum ist aber nur dann real, wenn die alten Verpflichtungen nicht erneut aufgebaut werden. Wird beispielsweise ein zuvor abgelöster Dispo wieder vollständig ausgeschöpft oder eine Kreditkarte erneut dauerhaft in Teilzahlung genutzt, entsteht zusätzlich zum neuen Umschuldungskredit eine neue Belastung.

Sinnvoll ist es deshalb, nach einigen Monaten erneut zu prüfen, ob die neue Rate tatsächlich zum Haushalt passt. Bleibt genug Geld für Miete, Energie, Lebensmittel, Versicherungen und unvorhergesehene Ausgaben? Wenn die neue Struktur nur funktioniert, solange keine unerwarteten Kosten entstehen, ist der finanzielle Puffer möglicherweise zu klein.

Auch Sondertilgungen können interessant sein, wenn der Vertrag sie zulässt und später finanzieller Spielraum entsteht. Dadurch kann sich die Laufzeit verkürzen und der Zinsaufwand reduzieren. Ob und unter welchen Bedingungen Sondertilgungen möglich sind, steht im neuen Kreditvertrag.

Eine gute Umschuldung ist deshalb nicht nur ein günstigerer Vertrag am ersten Tag. Sie sollte auch Monate später noch zu einem stabileren und verständlicheren Budget beitragen.

Wie viele Angebote sollte man vergleichen?

Es gibt keine feste Zahl, die für jede Situation gilt. Ein einziges Angebot reicht jedoch selten aus, um einschätzen zu können, ob Zinssatz, Laufzeit und Gesamtkosten wirklich attraktiv sind. Sinnvoll ist es, mehrere vergleichbare Angebote nebeneinanderzustellen und darauf zu achten, dass jeweils dieselbe Kreditsumme und möglichst dieselbe Laufzeit betrachtet werden.

Wer nur die Monatsrate vergleicht, kann leicht zwei völlig unterschiedliche Konstruktionen gegenüberstellen. Ein Angebot mit 350 Euro Rate über sechs Jahre ist nicht direkt mit 290 Euro über neun Jahre vergleichbar. Für einen fairen Vergleich sollten daher effektiver Jahreszins, Laufzeit, Gesamtbetrag und mögliche Zusatzkosten gemeinsam betrachtet werden.

Häufig gestellte Fragen zur Umschuldung

Was bedeutet Umschuldung einfach erklärt?

Ein neuer Kredit wird aufgenommen, um einen oder mehrere bestehende Kredite abzulösen. Danach gelten die Bedingungen des neuen Kredits.

Ist eine Umschuldung immer günstiger?

Nein. Entscheidend sind effektiver Jahreszins, Laufzeit, Ablösekosten, Gebühren und der Gesamtbetrag des neuen Kredits.

Kann ich mehrere Kredite in einen Kredit umwandeln?

Das kann möglich sein, wenn der neue Kreditgeber bereit ist, die bestehenden Restschulden abzulösen.

Wie hoch darf die Vorfälligkeitsentschädigung sein?

Bei Allgemein-Verbraucherdarlehen sieht § 502 BGB grundsätzlich eine Obergrenze von 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags vor; bei höchstens einem Jahr Restlaufzeit 0,5 Prozent. Zusätzlich gelten weitere gesetzliche Voraussetzungen und Grenzen.

Spielt die SCHUFA bei einer Umschuldung eine Rolle?

Bonitätsinformationen können Bestandteil der Kreditwürdigkeitsprüfung des neuen Anbieters sein. Die konkrete Entscheidung liegt beim Kreditgeber.

Kann eine Umschuldung meine Rate senken?

Ja, das kann möglich sein. Eine niedrigere Rate entsteht aber häufig durch eine längere Laufzeit und kann deshalb höhere Gesamtkosten bedeuten.

Was passiert mit meiner Restschuldversicherung?

Sie ist ein eigener Vertrag. Prüfe separat, wie sie beendet werden kann und ob eine Erstattung möglich ist.

Vergibt Libredeti den neuen Kredit?

Nein. Libredeti vergibt keine Kredite. Kreditentscheidung und Vertragsbedingungen liegen beim externen Anbieter.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung.

Er ersetzt keine individuelle Finanz- oder Rechtsberatung und stellt weder ein Kreditangebot noch eine Kreditentscheidung dar.

Quellen

Verwendete Quellen

Der Ratgeber stützt sich auf Verbraucherzentrale und das Bürgerliche Gesetzbuch zu vorzeitiger Rückzahlung, Vorfälligkeitsentschädigung, Kreditwürdigkeitsprüfung und vorvertraglicher Information.